Montag, 3. September 2012

Meine Uni

Li Ka Shing Tower im Zentrum vom Campus
Endlich wieder richtig ausgeschlafen und den Jetlag weitestgehend hinter mich gebracht, hab ich mir erstmal mein europäisches Frühstück gemacht. Aber irgendwie hatte ich nicht bedacht, dass ich ja vllt Messer, Löffel, Schale und Teller brauchen könnte. Also war meine erste Tat an diesem Tag, mich mit knurrendem Magen auf die Suche nach den gewünschten Utensilien zu machen. In der Küche, die jede Etage des Wohnheims vorweist, wurde ich dann auch in einer ganz dunklen Ecke fündig.
Anschließend bin ich dann an die Uni gegangen, um meinen Professor zu treffen und erste Dinge wegen des Projekts abzusprechen. Nach einem kurzen Fußmarsch weniger als 10 Minuten angekommen, kam mir Gebrüll, Gesang und eine Menschenmasse entgegen. Zur Zeit sind hier noch Orientation-Days, was bedeutet, dass die neuen Erstsemester eingeführt werden. Und die zelebrieren das hier richtig ausgiebig. Bei meinen Einführungstagen war ich nicht mal zur Jenaer Kneipentour dabei. Ich glaube, dass sich die Menschen hier einfach mehr drüber freuen, studieren zu können. Aber vielleicht ist es einfach nur anders und ein kultureller Aspekt, den ich noch nicht verstehe.

Blick auf den Komplex, mit meinen Laboren
Mein Prof hat mir dann die Abteilung und die meisten Geräte, mit denen ich arbeiten werde, gezeigt. Die haben echt super fortschrittliche Ausrüstung, leider nur nicht ganz so super gewartet. Und es ist teilweise ziemlich eng, sodass man dann schon aufpassen muss, dass man nicht irgendein Hochdruckventil anrempelt :D

Sehr viel Grün zwischen den Gebäuden
Auf dem Weg zurück zum Wohnheim habe ich dann noch den Campus und das zugängliche W-LAN auf einer Parkbank genossen. Ist schon echt schön mit dem ganzen Grün zwischendrin. Ich freu mich auf die Zeit dort. Sowohl fachlich als auch wegen der tollen Umgebung.

Mein erster richtiger Tag

Nach der ersten Nacht auf meiner ultradünnen Matratze (autschn) sind Wilson und ich etwa zeitgleich aufgestanden und dachten so: Warum is das so verdammt warm hier drin? Hatten die Klimaanlage so eingestellt, dass Sie irgendwann in der Nacht ausgeht. Man wird dann am Morgen also von der Wärme aus dem Bett geprügelt. Hat auch seine Vorteile. Wer mich kennt, weiß warum =)

Nach einer nächsten Jam-Session mit Wilson (der Typ hats einfach nur drauf. Bin so froh, mit ihm in ein Zimmer gekommen zu sein. Hätte nicht besser sein können. Er denkt übrigens das selbe von mir ;) ) sind wir dann erst mal frühstücken gegangen...bei McDonalds weil Wilson noch nich so viel experimentieren möchte. Wohl genährt nach einem Salat mit Putenbrust und nem Kaffee für insgesamt 30 HKD (zur Erinnerung: das sind etwa 3 Euro, also ganz schön billig =) ) sind wir dann wieder zurück zum Wohnheim. Ich hatte die grandiose Idee einfach mal bis ganz hoch (21. Stock) zu fahren. Oben wurde mir dann klar, wie grandios die Idee wirklich war.

Die Fotos sprechen für sich. Einfach nur atemberaubend der Ausblick. Und dabei ist das Wohnheim noch winzig im Vergleich zu den umliegenden Häusern.

Am Nachmittag hat mich Joseph dann noch eingeladen, mit zu seiner christlichen Gemeide (ja...war sehr überrascht einen chinesischen Christen kennengelernt zu haben) zu kommen, um mich dort ein paar Leuten vorzustellen. Nach einer Tour mit der MTR (eine Art S-Bahn/U-Bahn würde ich sagen),  sind wir dort angekommen. Er hat mich ausschließlich Hongkong-Chinesen vorgestellt von denen nicht alle, wie ich überrascht feststellen musste, wirklich gut Englisch können. Aber im Notfall hat Joseph dann übersetzt. Ging also alles.
Seltsam war auch, dass ich die Leute immer viel zu jung einschätze. Zum Beispiel war einer, den ich 12 geschätzt hätte, eigentlich 16. Und andersrum werde ich zu alt geschätzt. Joseph dachte ich wäre 28, als er mich das erste mal gesehen hat. Seh ich wirklich so alt aus? :'( Aber ich denke, das ist einfach nur normal, weil man nicht gewohnt ist Menschen anderer Regionen zu sehen. Wir haben dann Ligretto (der ein oder andere kennt es vielleicht) gespielt. Die Chinesen sind schon krass schnell bei sowas. Aber ich konnte ganz gut mithalten =)
Den Rückweg zum Wohnheim habe ich dann allein angetreten und ich muss sagen ich kam ganz gut zurecht mit dem Verkehrsnetz hier. Ganz anders als in Berlin =) Es ist alles etwas besser strukturiert, denke ich.
Wieder in Hung Hom (wo auch eine MTR-Haltestelle ist) angekommen, entschloss ich mich dann noch, mir etwas fürs Frühstück und etwas Wasser zu kaufen. Ich will schließlich nicht ständig zu McDonalds gehen ;) Bin also in den nächstbesten Laden und hab mich mit Toast, Margarine, Müsli, Milch, Nutella (Ja Nutella!!! =)), Käse, Marmelade, Saft, Wasser und Bier eingedeckt. Etwas verwundert, dass es das alles gibt und schockiert über die hohen Preise bin ich aus dem Geschäft wieder raus. Als ich mich umgedreht hatte, wurde mir dann auch alles klar. Über dem Eingang blinkte in güldener Schrift "International". Das erklärte einiges :D

Am Abend bin ich dann noch mit Wilson ins Stadtzentrum gefahren, um Abendbrot zu essen und ein paar Bars aufzusuchen. Das Essen (Nudelsuppe mit Rinderfleisch bei mir) war ziemlich durchschnittlich, sättigend aber nicht weiter der Rede wert. In der ersten Bar, in die wir einkehrten und uns jeweils ein Bier für etwa 6 € (o.O) gönnten, waren ein Haufen Australier. Alle ziemlich betrunken obwohl es erst kurz nach 8 war. Dort war auch eine Live-Band die 4-Chord-Songs am laufenden Band brachten. Die hatten es echt drauf. Da Wilsons rechte Wange aber von einem sehr sehr sehr betrunkenen Australier, der seine Zunge nicht mal mehr ansatzweise bewegen konnte, vollgespuckt wurde, sahen wir uns gezwungen die nächste Bar aufzusuchen.
Gesagt getan. 100 Meter weiter bergauf haben wir uns das nächste Bier gegönnt. Mit dem Bier in der Hand wurde uns dann klar, dass wir in einer Bar voller homosexueller Männer und ein paar Frauen, die wahrscheinlich nach besten Freunden suchten, waren. Das Bier haben wir dann also mit rausgenommen und auf den Treppen getrunken, wo wir zwei Amerikanerinnen kennenlernten, die schon ein Jahr in Hongkong leben. Von denen haben wir wertvolle Tipps bekommen, z.B. dass man sich Bier im 7-Eleven kaufen sollte, um sich dann vor eine Bar wie diese zu setzen, die Musik zu genießen und trotzdem mit Leuten zu quatschen. Also sind wir dann in den nächsten 7-Eleven gegangen und haben uns versorgt.

Mein erkundungsfreudiger Geist führte uns dann immer weiter den Hügel hoch von dem aus wir dann eine fantastische Aussicht auf einen Teil der Skyline hatten. Leider haben wir dann den Weg nicht mehr so einfach zurückgefunden aber Wilson spricht ein bisschen Kantonesisch weil ein Teil seiner Familie aus Hongkong kommt und da haben wir uns durchgefragt, wobei wir noch zwei junge Chinesinnen kennengelernt haben, die in die selbe Richtung mussten. Hatte also auch einen Vorteil, sich zu verlaufen.
Wieder im Wohnheim angekommen, habe ich mich dann vergeblich damit beschäftigt, das mobile Internet auf meinem Handy für die gekaufte Simkarte zu aktivieren. Hoffentlich finde ich das noch raus. Ansonsten muss ich wirklich immer alles hintereinanderweg posten, was nervig wird für euch zum lesen. So viel zu meinem ersten richtigen Tag in Hongkong.

Endlich angekommen

In Hongkong wurde ich dann von meinem Buddy Joseph empfangen. Ihm wurden am Morgen die Weisheitszähne entfernt, weswegen er mich mit Mundschutz begrüßte. War sehr lustig, haben uns auf Anhieb verstanden. Eine oder seine (ich bin mir nicht ganz sicher) Freundin war mit dabei, die aber nur sehr zögerlich mit mir gesprochen hat. Vielleicht hatte Sie Angst vor mir, wer weiß. ^^
Nach einer halbstündigen Busfahrt durch Hongkong bin ich dann endlich in meinem Stadtteil angekommen. Dort habe ich mir dann erstmal die Octopus Card gekauf. Eine Smart Card, die man für die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt und mit der man auch in manchen Läden (z.B. 7-Eleven) per Karte auflegen bezahlen kann. Am Wohnheim angekommen, habe ich wieder 2 Smartcards bekommen. Eine für den Eingang und eine für mein Zimmer. Als wenn eine nicht reichen würde!? Die kann man übrigens ebenfalls aufladen, um damit die Waschmaschine oder die Klimaanlage zu bezahlen. In meinem Zimmer angekommen, fiel mir dann auf, dass da kein Kissen und keine Decke ist. War ich natürlich erstmal ein wenig schockiert nach so einer langen Reise kein ausgestattetes Bett vorzufinden. Also bin ich nochmal los und hab mir Bettzeug für etwa 300 HKD gekauft.
Beim Abendbrot mit meinem Buddy wurde ich dann erstmal wegen meiner Stäbchen-Ess-Ferigkeiten ausgelacht aber das kriege ich schon noch hin.
Zurück im Wohnheim erwartete mich mein Zimmergenosse, Wilson, ein Australier. Komme super mit ihm klar. Er hat seine Akustik-Gitarre mitgebracht und da haben wir gleich mal bei nem Bier gejammt. So viel zu den ersten Eindrücken =)
mein Ausblick aus der 10. Etage
mein Zimmer inklusive Wilson
mein Pool

Über den Wolken...


So, es wird mal wieder Zeit, dass ich was von mir hören lasse. Die Flüge sind abgesehen von ein wenig Verspätung super gelaufen. Nur kurz vor der Landung in Hongkong gab es ein paar heftige Turbolenzen. Im Flugzeug konnte ich mich mit einer reichen Auswahl an aktuellen Kinofilmen unterhalten. Hab ich natürlich ausgenutzt =). Während des Flugs über Irak und Iran is mir dann aufgefallen, dass überall auf dem Land verteilt orange-rote Lichter gebrannt haben. Ich vermute, dass es Ölraffinerien sind. Das waren verdammt viele da. Da fragt man sich schon n bisschen, warum unser Spritt so teuer is. ;)


Lumpi (engl. lump=Kloß) und ich beim Zwischenstopp in Doha
Gut zu wissen





kurz vor der Landung in Hongkong

Samstag, 1. September 2012

Jetzt wird's ernst

Nach einer ausgiebigen Abschieds-Party und ein paar restlichen Tagen in Jena ist mein Zimmer nun leer, mein Gepäck am Rande des zulässigen Gewichts und Pitti bereit, dem Fernen Osten näher zu kommen. Auf geht's! =)