Montag, 8. Oktober 2012

St. Andrew's Church

Erstmal vorweg: Ich war hier seit meiner Ankunft auf der Suche nach einer englischsprachigen Kirche. Vor kurzem habe ich endlich eine gefunden und war zum Gottesdienst. Also wen das nicht so interessiert und denkt, er kann damit nicht viel anfangen, kann den Artikel ja einfach überspringen. =) Ich möcht das hier trotzdem mit aufschreiben, weil es einfach zu meinen Erfahrungen hier dazugehört und ich es vielleicht später noch einmal lesen möchte. Und ich weiß von einigen, die sich sehr freuen werden, wenn sie das hier lesen.

St. Andrew's Church inmitten der Häuserschluchten
Seit November letzten Jahres bin ich also Christ, für die, die es noch nicht wissen. Das ist jetzt quasi eine Art Coming Out für mich. :D 
So ganz ohne Hilfe von anderen Gläubigen und ohne Gemeinde ist es aber nicht einfach die Verbindung zu Gott zu stärken, musste ich feststellen. Also war meine Befürchtung, dass ich in Hongkong, grade weil es auch so eine schnelllebige Stadt ist, kaum Zeit mit Gott finde und sie mir nicht richtig nehme. So war es auch im ersten Monat. Aber ich hab gemerkt, dass ich da nich so richtig glücklich mit bin. Also hab ich verschiedene Leute gefragt. Erst meinen Buddy der ja auch Christ ist, aber das verlief sich irgendwie. Dann war auf dem Campus eine Infowoche über AGs und dergleichen. Unteranderem auch "Ignite in Christ". Die habe ich einfach angesprochen, meine Email-Adresse hinterlassen und eine Woche später kam dann Antwort von Alex, der die Predigten in den englischsprachigen Gottesdiensten der St. Andrew's Church hält. Also hatte ich endlich eine gefunden und freute mich darauf, den Gottesdienst am Sonntag Abend zu besuchen.
St. Andrew's Church von Innen
Schon der erste Schritt in die Kirche tat mir voll gut. So hatte ich das in Deutschland noch nicht erlebt. Wahrscheinlich ein Zeichen, wie sehr es mir gefehlt hat (oder ich Ihm). Der Gottesdienst lief ziemlich so ab, wie ich es gewohnt war. Es ist eine anglikanische Kirche soweit ich bisher weiß (logisch irgendwie =) ). Der Gottesdienst war sehr modern, mit neueren christlichen Songs am Anfang. Konnte teilweise sogar mitsingen, weil die Melodie so schön ins Ohr ging. Die Predigt selbst war echt wahnsinnig gut. Hab viel für mich mitgenommen.
Ich freue mich schon auf nächsten Sonntag und hoffe, dass ich regelmäßig hingehen kann. Hauskreise soll es auch geben. Vielleicht ist einer dabei, der sich nicht mit meinen Sprachkursen überschneidet. Das wäre echt toll, wenn das alles klappt.
Ich bin auf jeden Fall überglücklich!

Sonntag, 7. Oktober 2012

Macau: Klappe, die Erste!

Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende von Freitag bis Sonntag nach Macau. Das war schon länger geplant, weil zwei Austauschstudenten dort ihren Geburtstag feiern wollten.
Für Samtag Morgen wurde jedoch wieder ein Meeting einberufen bei dem auch ich eine Präsentation halten sollte. OK, dann eben nur von Samstag zu Sonntag nach Macau.
Freitag kam dann eine Mail, dass das Meeting auf Sonntag verschoben wird, da am Samstag auf einmal völlig überraschend Studieninformationstag war...*grummel*...Macau fiel damit komplett ins Wasser und ich konnte mich auf ein arbeitsreiches Wochenende einstellen.
Allgemein finde ich die Arbeitsmoral hier sehr gewöhnungsbedürftig. Termine am Wochen-"ende" sind vollkommen selbstverständlich. Und grade für die Doktoranden ist es völlig normal, die ganze Nacht im Labor zu sein, um endlich Ergebnisse zu haben. Wir (mich eingeschlossen) müssen ab jetzt nämlich jede Woche eine Präsentation halten. Egal ob man vorzeigebare Ergebnisse hat oder nicht. Und das wahrscheinlich immer Samstag oder Sonntag. Wenn meine Kollegen wenigstens auch rummurren würden, fiel es mir leichter, mich anzupassen, denk ich. Aber da es für die komplett normal zu sein scheint, sich kaputt zu schuften, komm ich damit noch weniger klar. Kollektives Jammern motiviert mich meistens =) Aber so...
Naja...Wochenendausflüge kann ich damit nur noch spontan machen und wenn, dann nur in Hongkong. Die schöne Zeit ist also vorbei. Aber dadurch werde ich wenigstens angetrieben was zu machen. Unter Druck kann ich immer besser arbeiten. Vorallem Zeitdruck :D Vielleicht gewöhn ich mir sogar mal an, alles rechtzeitig und nicht erst kurz vor Ablauf der Frist zu machen. Wenn ich noch was erleben will und damit ihr weiterhin etwas zum Lesen habt, muss ich einfach mein Zeitmanagement deutlich verbessern. =)

mein neuer Arbeitsplatz =)
Da mein bisheriges Büro doch eher einem Großraumlabor am Tag der Offenen Tür entsprach, hatte sich mein Betreuer gekümmert, dass ein anderer Arbeitsplatz für mich entrümpelt wird. Mittlerweile störte mich dann doch das Kommen und Gehen der ganzen studentischen Hilfskräfte (gefühlt vom ganzen Fachbereich), die sicher nur ihrer Arbeit nachgingen. Vorallem waren sie immer dann draußen, wenn deren Handy klingelte. Klingeltöne mit Ohrwurmpotential. Nicht gut, wenn man Deutscher ist und es gewöhnt ist, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. :D
An meinem neuen Schreibtisch habe ich deutlich mehr Ruhe, maximal ein bis zwei Kollegen, die mit mir den Raum (es ist auch ein Labor) teilen und einen ziemlich ramponierten aber deutlich bequemeren Bürostuhl (vorher war es eher ein Barhocker :D ). Ein Bildschirm stand da auch rum. Ich war einfach mal so frei, alle zugehörigen Kabel im Labor zusammenzusuchen und ihn an meinen Laptop anzuschließen. Ist schon viel komfortabler. =) Ein Erste-Hilfe-Kasten hängt auch direkt überm Schreibtisch. Also falls ich mir beim Tippen den kleinen Finger verstauche, kann ich mich augenblicklich medizinisch erstversorgen. :D Die Klimaanlage ist auch direkt über mir, sodass ich, wie ihr seht, lange Hose und Pullover tragen muss, damit ich nicht friere. Nur Extreme hier in Hongkong ;)
Hier werde ich jetzt also die nächsten Monate arbeiten, Kaffee schlürfen, Mittag verdauen, schlafen, mit dem anderen Auge Papers lesen, jeden Freitag oder Samstag Präsentationen vorbereiten und verzweifelt über Messergebnissen sitzen, die nicht meinen Erwartungen entsprechen. ;)

Samstag, 6. Oktober 2012

Mitmenschlichkeit!!!

Fahnen auf Halbmast
Am Montag gab es in Hongkong zum chinesischen Nationalfeiertag ein Schiffsunglück. Ein Schiff mit 124 Passagieren war auf dem Weg zum Hafen in Hongkong, um das Feuerwerk zu beobachten. Dabei kollidierte es aus bisher unbekannten Gründen mit einer Fähre, die weitere 100 Menschen an Bord hatte. Es kamen mindestens 38 ums Leben, 9 sind noch in einem kritischen Zustand.
Unter den Verunglückten befanden sich auch zwei Studenten der PolyU, einer davon schon graduiert.
Am Donnerstag wurden dann 3 Schweigeminuten um 12:00 Uhr in allen Räumen der Uni vorgesehen. Die Fahnen auf dem Campus wurden für 3 Tage auf Halbmast gesetzt. Und am selben Tag, habe ich noch dem christlichen Chor der Uni zugehört, der vor dem Hauptgebäude sang. Dabei wurde ich gebeten, ein paar Worte für die Angehörigen und die Opfer aufzuschreiben, die mit vielen anderen dann in einer Zeitung veröffentlicht werden sollen. Hab ich natürlich gemacht.
Ich bewundere die Anteilnahme meiner Universität hier. So viel Mitgefühl hätte ich in einer Millionenstadt nicht erwartet.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Feuerwerk mal richtig

Zum Nationalfeiertag von China wurde uns ein 23-minütiges Feuerwerk angekündigt, was sogar besser sein soll als zu Silvester. Außerdem hatte ich gehört, dass man schon eine ganze Weile vorher da sein muss, damit man einen guten Platz zum beobachten bekommt. Rechtzeitig hieß dann für uns 17:30 Uhr da sein, obwohl es erst 21:00 losgehen sollte. Also sind wir schon früh in Richtung Avenue of Stars gegangen, von wo wir es uns ansehen wollten.
Essen haben wir uns in der Kantine einpacken lassen und die Zeit haben wir uns mit Halma und "Wer bin ich?" vertrieben. Kurz nachdem wir angekommen waren, fing auch schon eine Durchsage an, dass die Avenue of Stars ihre maximale Kapazität erreicht hatte. Also haben wir alles richtig gemacht =)
20:00 Uhr dachten wir kurz, dass es schon anfing, aber da kam nur wie jeden Abend die Symphony of Lights. Ich war noch damit beschäftigt, rauszufinden, was auf dem Zettel auf meiner Stirn stand, also hab ich mir die Lichtshow nicht mal richtig angeschaut. Einmal reicht da vollkommen aus ;)
Als es dann endlich losging, war ich erstmal erstaunt, dass chinesische Schriftzeichen in die Luft geschrieben wurden. Leider habe ich nicht herausgefunden, was es heißt aber ich vermute mal so etwas wie "Herzlich Willkommen".
23 Minuten lang ging das Spektakel und die Intensität war die meiste Zeit gleichbleibend hoch. Verrückt die Chinesen :D. Kurz vor Ende ging es dann nochmal richtig los. Man konnte vor Feuerwerk nicht mal mehr den Himmel sehen. Aber seht selbst!
Als dann alles vorbei war, war die Skyline auf Hong Kong Island nur noch schwer auszumachen :D.


Irgendetwas fehlt im rechten Bild oder? :D
Ich hoffe, dass ich zurück in Deutschland nicht jedes Feuerwerk lächerlich finde. Aber das hier war schon etwas besonderes.

Montag, 1. Oktober 2012

Hongkong mal anders

Panorama von einem der vielen Bergkuppen
Ich finde es immer wieder erstaunlich, was einem diese Stadt alles bietet. Um dem Großstadtstrudel zu entfliehen, war ich heute mal mit Danny wandern. Als Thüringer sehnt man sich dann doch ab und zu nach mehr Grün als künstlich angeplanzte Gewächse. 
In Hongkong gibt es etliche angelegte Wanderpfade, die stark bezüglich des Schwierigkeitsgrades variieren.
Wir haben uns für den 3. Teil des MacLehose Hiking Trails entschieden (Danny hatte am Wochenende vorher schon Teil 1 und 2 gemacht). Dieser war etwa 10 Kilometer lang, wobei wir 550 positive Höhenmeter überwunden haben. Der Schwirigkeitsgrad wurde als sehr schwer eingestuft. Aber wir hatten ja Zeit =).
Der höchste Punkt war dabi 399 Meter. Und das in unmittelbarer Nähe zum Meer. Das ist schon was.
Geradeaus ging es selten, entweder berg hoch oder berg ab. Ich war nach den 10 Kilometern echt gut bedient als nicht geübter Wanderer.

Flora
über Stock und Stein


auf der "Alm", wenn das mal nicht zum Picknicken einlädt ;)

meine zukünftige Mahlzeit erfrischt sich nichtsahnend

immer auf der Suche nach diesen Schildern, um nicht
ausversehen einen 2000er zu besteigen :D
Also DIN-Stufen sind das nicht!

Blick auf den Weg der schon hinter uns liegt, schon nicht übel, oder?

Fauna
 
Grillplatz am Ende des Hiking Trails, hat sehr verführerisch
gerochen, und das nach so einer Strapaze, gemein!!!!

Ein Baum voller Schmetterlinge,
glaub die haben sich da gepaart ;D
Trotzdem habe ich es echt genossen. Frische Luft, sportliche Betätigung, tolle Landschaft, schöne Natur und ein verhältnismäßig angenehmes Wetter zum wandern, was will Pitti mehr? ;) 
Vielleicht werde ich das regelmäßig machen, wenn ich es in der Stadt nicht mehr aushalte. Man muss nur mit dem Bus für etwa 1 1/2 Stunden in die New Territories fahren, um dann dort zu wandern. Aber bei den geringen Preisen für öffentliche Verkehrsmittel nimmt man das gern in Kauf.